Mit dem Landy unterwegs....

Von Südafrika nach Bayern
Tagebuch unserer Transafrika-Tour
 

Teil 2 14.11.02 - 12.12.02

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Mosambik

Do.14.11.02

Auf der von Südafrika weiterführenden Nationalstrasse N4 passieren wir die Grenze zu Mosambik, wo die Abfertigung dank der schon in Pretoria besorgten Visa schnell und reibungslos verläuft.
Die Landschaft wird nun immer flacher und ist ziemlich eintönig.Maputo Bald beginnen die ersten Vororte Maputos, sie erinnern stark an andere afrikanische Grossstädte. Unser erster Eindruck ist nicht so sehr positiv, zu sehr springen Verwahrlosung und Schmutz ins Auge. Später dann, als wir noch etwas in der Stadt herumfahren, bessert sich der erste Eindruck etwas, als wir viele schöne alte Häuser zwischen den Hochhäusern entdecken, auch wenn auch hier kaum etwas von Instandhaltung zu merken ist. Leider regnet es am Nachmittag noch ausdauernd, so dass Alles noch trister aussieht. Glücklicherweise können wir mit dem Landy bei Freunden auf dem Hof stehen und brauchen den trostlosen Campingplatz nicht in Anspruch zu nehmen. Abends gehen wir im Yachtclub essen. Die gute Fischplatte für zwei Personen erinnert uns daran, dass wir am Indischen Ozean sind. Das einheimische Bier der Marke 2M (“Dosch M”) schmeckt gut.Es wird ein schöner Abend mit vielen Infos zum Land

Fr.15.11.02

Heute scheint die Sonne und die Stadt wirkt etwas freundlicher. Wir starten Richtung Norden, finden nicht gleich die richtige Ausfahrt aus der Hauptstadt und landen promt in sehr engen Strassen mit einheimischem Markttreiben. Mühsam suchen wir den Weg zwischen den Minibussen, Verkaufsständen und Müllhalden. Dann ist endlich die nörliche Ausfahrt der EN1 erreicht. Die Landschaft bleibt ziemlich eintönig, der Strassenzustand ist besser, als erwartet.

Maputo, BahnhofSo lange wir noch im Süden des Landes sind, überlegen wir, wie wir die Treibstoffversorgung am besten organisieren. Die Entscheidung, den Diesel noch in Südafrika zu bunkern, hat sich als richtig erwiesen, obwohl einige Leute meinten, er sei in Mosambik billiger. Tatsächlich kostet er hier aber umgerechnet 5 ,10 ZAR, gegenüber 4,20 ZAR in Südafrika.
Unsere erste Erfahrung beim nachtanken ist leider negativ. In Xai-Xai sind wir noch nicht so gut mit den Metikals (sprich: “Metikaisch”) vertraut, 1 Euro entspricht ja immerhin 24.000 MZM. So gelingt es dem Tankwart durch zu schnelles zurückstellen 390.000 statt 309.000 zu kassieren. Wir nehmen uns vor, in Zukunft sofort nach dem Tanken alle Werte von der Zapfsäule zu notieren.
Trotzdem sind wir natürlich sauer. Eigentlich sollte es heute auf den gerühmten Campingplatz von Morrungulu gehen, das schaffen wir aber nicht mehr und biegen kurz hinter Inharrime Richtung Závora ab. Die Zufahrt zum Camp ist hoch überschwemmt, wir haben Bedenken, durch so tiefes Wasser über solch lange Strecken zu fahren. Dann lernen wir Carey kennen, der dort wohnt und die Strecke gut kennt. Er versichert uns, dass überall Zufahrt zum Camp ZavoraSand unter dem Wasser sei und wir nicht mit Schlamm rechnen müssten. So wagen wir die Durchfahrt, leider umsonst, denn auch das komplette Camp steht unter Wasser, so bietet uns Carey spontan an, neben seinem Haus zu campen, Es wird ein toller Abend! Cherry ist eine begnadete Köchin und serviert uns ganz frische Barakuda-Steaks. Wieder einmal gibt es viel zu erzählen und einige 2M’s lockern dabei die Zungen.

Sa.16.11.02

Der Abschied wird uns wieder schwer und so ergibt es sich, dass Cherry auf die Idee kommt, wir könnten ja eigentlich auch morgen fahren. Das hätte den Vorteil, dass wir uns noch länger unterhalten könnten und auch noch einmal Barakuda-Steak essen könnten. Sie wüsste da noch eine tolle Sauce mit Kürbis....Wir haben keine Probleme, hier “ja” zu sagen und so stehen wir einen weiteren Tag bei unseren neuen Freunden

So.17.11.02

“Die Provinzhauptstadt Inhambane gehört laut unserem Reisführer “Mosambik” zu den “schönsten Sehenswürdigkeiten des Landes”. Wir stellen dort bald fest, dass die Verfasserin offenbar eine blühende Fantasie haben muss, denn es gibt vorwiegend vergammelte Häuser, von denen allerdings einige an die portugiesische Vergangenheit erinnern. Im Buch herrscht hier eine “kosmopolitisch verschlafene Atmosphäre”, “verschlafen” stimmt allerdings, denn heute am Sonntag sind kaum Menschen auf den eintönigen Strassen. An der BP-Tankstelle im Ort, eigentlich hätten wir ja bei BP besonders vorsichtig sein müssen, betrügt man uns zum zweiten Mal beim Tanken. Den Trick hätten wir kennen müssen, er ist wohl in Italien und anderen südlichen Cherry und CareyLändern weit verbreitet: Der Kunde wird durch ein Gespräch abgelenkt und der Tankvorgang begonnen, ohne auf “0000” zu stellen. Der Typ führt uns dann zwar vor, dass man nur tanken kann, wenn zurückgestellt ist, es muss aber doch einen Trick geben. So zahlen wir für 71 Liter obwohl nur ca. 50 Liter getankt wurden. Also enttäuscht von der Stadt und dann noch betrogen: Inhambane reicht uns nun.
Die schönen Strände sind 15 km entfernt in Tofo, da hatte uns Cherry das “Casa Barry”, einen Campinplatz mit Chalets empfohlen. Dort angekommen, finden wir einen Strand mit vielen Andenkenverkäufern und Anbietern von sonstigem “Schrott”. Der Platz selber ist eng, die Campsite rund 200m vom Wasser entfernt. Das hätte dann rund 5 Euro pro Person gekostet, sich dort in den Sand zu stellen.
In Maxixe, am anderen Ufer der Lagune finden wir einen gepflegten Platz in Ortsmitte. Hier gibt es zwar nicht den weissen Traumstrand mit Palmen, trotzdem schwimmen wir einige Male in der Bay.Wir beschliessen, etwas länger hier zu bleiben und Wäsche, Auto, Tagebuch usw. in Ordnung zu bringen. Der Blick auf die Lagune ist herrlich, es weht leichter Wind und verdrängt die Schwüle von gestern.

Mo.18.-Mi.20.11.02

Wir stehen immer noch in Maxixe und werden wohl auch noch etwas hier bleiben. Montag bringt uns das Motorboot über die Bay nach Inhambane, wir essen wieder einmal Fisch, dieses Mal im Lokal Macarocca von Danny und Glyda, das uns schon Cherry und Carey empfohlen hatten. Zurück geht es mit einer der urigen Dhaus, Fischerbooten, die heute auch Personen transportieren. Alle Passagiere amusieren sich, als ich Bärbel auf den Schultern ins Boot trage.
Leider ist auf dem Markt kaum Gemüse zu bekommen, es gibt lediglich Tomaten, Zwiebeln und Kartoffeln, sowie grüne Blätter, deren Verwendung wir noch nicht erforscht haben. Frisches Brot gibt es überall, 2000 MZM, also rund 10 Eurocent kostet ein kleiner Laib. Ein noch kleinerer kostet 1000, auf 5000 vergisst das Mädchen herauszugeben, denkt wohl, wir würden die Preise nicht kennen.

Do.21.-Fr.22.11.02

Keine besonderen Vorkommnisse, ausser dass wir uns am Donnerstag noch einmal eine Überfahrt mit dem Motorboot nach Inhambane und Barakuda-Steak im Macarocca gönnen.Die Mahlzeit ist zwar nicht übel, aber mit dem Steak von Cherry nicht zu vergleichen.

Wir überlegen, wie wir ab Maxixe weiterfahren wollen. Je mehr wir im “Mosambik”-Buch lesen, desto mehr finden sich Ortsbeschreibungen, in denen Wörter wie “trostlos, verwahrlost, sich selbst überlassen” vorkommen. Irgendwie ist uns schon klar, wie die nächsten Ortschaften aussehen werden, so ungefähr, wie schon Bagamoyo in Tansania ausgesehen hat: Vergammelte alte Gebäude, verwitterter weisser Anstrich, Müll überall. Hier in Mosambik kommt noch hinzu, dass wir uns der kleinen Regenzeit nähern und im Landesinnern unangenehme Termperaturen zu erwarten haben.
So lassen wir vorerst die Entscheidung offen, ob wir nach dem Besuch von Tete und dem Cahora Bassa Staudamm, entweder am Sambesi entlang nach Südosten und dann nach Malawi einreisen, oder ob wir noch einmal zurück Richtung Küste fahren, um das (ebenfalls völlig vergammelte, aber historisch interessante) Isla da Mozambik zu besuchen und dann weiter nach Norden zu fahren, Richtung Tansania.
Gestern noch ein Besuch in einer Kneipe neben dem Camping, ich kaufe zwei Flaschen einheimisches Bier “2M” und beobachte die zwei jungen Frauen hinter der Theke. Sie essen “Millimiel” (dicker Maisbrei), auf dem sich zwei kleine Fische befinden. Drumherum eine Sosse. Alles mit den Fingern. Mit drei Fingern wird etwas Brei aufgenommen, der dann in die Sosse getunkt wird. Auf die gleich Weise rücken sie auch dem Fisch zu Leibe. Die ganze Mahlzeit spielt sich auf der Kühlbox ab, auf der es sich die Beiden bequem gemacht haben.

Sa.23.11.02

Morgen wollen wir weiterfahren, zuerst mach Morrungulu und Pomene, zwei “Traumständen” nicht sehr weit nördlich von hier. Weiter dann nach Inhassoro, Chimoio (Beira lassen wir aus), Tete, Songo am Cahora Bassa Staudamm und dann wieder über Tete an den Sambesi.

So.24.11.02

Nur rund 80 km sind wir auf der EN1, meistens durch Cocospalmen-Plantagen, bis Morrungulu gefahren und stehen nun an einem wirklichen Traumstrand, genau wie auf den Prospekten mancher Reiseveranstalter abgebildet: Hohe Palmen, davor weisser Sand und das türkisfarbene Wasser des Indischen Ozeans. Wunderschön, noch schöner als am Tiwi-Beach in Kenia. Soweit das Auge reicht: Nur Strand. Bärbel passiert leider ein herbes Missgeschick als sie mit Brille schwimmt: Eine Welle reisst ihr das teure Stück vom Kopf. Bei den Campingkosten auf diesem tollen Platz haben wir Glück. Es ist noch Nachsaison bis zum 6. Dezember, dann fangen in Südafrika die Ferien an und Schwärme von Besuchern werden hier einfallen. Wir zahlen pro Person nur 5 Euro anstelle der sonst fälligen 8 Euro.

Campsite MorunguloMo.25.-Mi.27.11.02

Schwimmen am Morgen und am Nachmittag, in der übrigen Zeit machen wir Pläne für die Weiterreise, rechnen verschiedene Strecken aus, planen die verschiedenen Währungen und Visa. Schon nachmittags war der Mückenvorhang an der Hecktür immer an seinem Platz, so sind wir die ersten drei Nächte ohne lästige Besucher im “Schlafzimmer” geblieben. Wir cremen uns morgens und abends mit einer Hautcreme ein, die mit Citronellaöl vermischt ist, ein guter Tipp von Rose und Jess in Phalaborwa.

Der Mittwoch ist leider kühl und sehr windig und wir können nicht im Meer schwimmen..

Do.28.11.02

Vier Tage sind uns nun genug in Morrungulo, wir fahren weiter nach Vilankulo. Der “Baobab Backpackers” ist in unserem Buch sehr positiv beschrieben, der Campingteil erweist sich aber für uns als recht wenig geeignet weil er ziemlich schräg und staubig ist und ausserdem keinen Blick aufs Meer bietet. Die Sanitäranlagen sind ausserdem miserabel. Wir fahren weiter zum “Vilankulo Campismo”, der zwar unverschämte 160.000 MZM pro Person kostet, aber dafür direkt am Meer liegt auch gute Anlagen und Grasstellflächen besitzt. Hier bleiben wir und gönnen uns abends im angeschlossenen Restaurant eine üppige Fischmahlzeit, die erstaunlicher Weise sehr günstig ist. Wir treffen noch einen deutschen Tierarzt, der in Südafrika und anderen afrikanischen Ländern an “Projekten” arbeitet. Auch er ist recht frustriert von der allgemeinen Entwicklung in Afrika. Seine negative Einstellung deckt sich völlig mit unserer.

Fr.29.u.Sa.30.11.02

Heute ist eine lange, recht eintönige Strecke bis westlich von Chimoio zu fahren. Hier liegt “Casa Msika”, eine Ferienanlage am grossen Stausee “Barr de Chicamba Real”.Wir verlassen später die langweilige EN1 und folgen einer Piste nach Dombe und von dort aus weiter in nördlicher Richtung nach Sussendenga. Diese Piste ist hervorragend ausgebaut und führt durch herrliche Landschaften, später in die Chimanimani-Berge, die man ja auch von Simbabwe aus besuchen kann. Von dort geht es direkt weiter nach Chimoio, wo wir uns dieses Mal an der BP-Tankstelle nicht betrügen lassen.

Wir haben eine neue Methode: Vor dem Tankbeginn notieren wir Literpreis und Ziffern des kleinen Gesamtzählwerks. Dann lassen wir auf Null stellen und erst dann öffnen wir überhaupt erst den Tankstutzen. Vor dem Zahlen notieren wir die Literzahl, damit der Typ nicht noch schnell das Zählwerk zurückstellen kann. Ausserdem werden wir auch immer die der Tanksäule abgewandte Seite im Auge behalten, damit nicht ein “Reifenstecher” den Reifen beschädigt, um ihn später reparieren zu können. In Karonga, Malawi, gibt es z.B. solch “Spezialisten”
Sambesi: Cahora Bassa Staudamm In Casa Msika angekommen, erweist sich der Campingplatz als sehr billig und das Restaurant als gut. Der Ausblick auf den riesigen Stausee ist wunderschön. Auf dem Camp laufen viele Tiere herum, so begrüsst uns gleich ein Strauss, der uns bis zum Stellplatz begleitet. Um den Landy herum läuft eine Gruppe von schwarzgepunkteten Schweinchen, ausserdem noch manch anderes Getier. Wir wollen auch morgen (Samstag) noch hier bleiben und dann gleich zum Cahora Bassa Stausee fahren, dessen westliches Ende wir ja schon einmal von Sambia aus gesehen hatten. Über Tete werden wir dann wohl gleich weiter nach Malawi fahren und nicht, wie eigentlich gedacht, wieder ganz nach Osten und dann nach Tansania fahren.

 

So.01.12.02

Der Cahora-Bassa-Damm ist beeindruckend, allerdings nicht so mächtig, wie der Kariba-Damm. Beide Dämme wurden 2000 geöffnet und bewirkten dann die schreckliche Flutkatastrophe in Mosambik. Im Ugezi-Camp bleiben wir für die Nacht und nehmen bei einem guten “Bream” (Barsch) Abschied von Mosambik. Das Land hat uns gut gefallen, aber nun möchten wir weiter nach Malawi, wo wir ja vor 2 Jahren schon einmal waren.

Mo.02.12.02

Nach rund 150 km kaufen wir in Tete, berühmt durch den gleichnamigen Korridor, noch Brot und Tomaten ein, auch einige Knoblauchzehen, bei denen Bärbel die Grösse nicht so optimal findet. Dann wollen wir die restlichen Metikals in Diesel umsetzen, wobei der Typ an der BP-Tankstelle wieder einmal versucht, uns zu betrügen. Tete, Wäschewaschen im FlussDieses Mal ein neuer Trick: Wie bei den meisten Tanksäulen fehlt der Literpreis und so nennt er uns einfach einen höheren, nämlich statt 11.900 MZM 13.500. Nur dadurch, dass ein einheimischer Autofahrer auch zum Tanken kommt, fällt die Sache auf und wir geben dem Tankwart eine deutliche Ermahnung. Dann weiter zur Grenze durch die Sambesi-Ebene, wo es glücklicherweise nicht so heiss wie sonst ist. An der Grenze zu Malawi geht es dann.wirklich ruck-zuck geht. Selbst mit der Abfertigung des Carnet de Passage kennen sich die Zöllner aus, was keineswegs selbstverständlich ist.
Unsere Zeit in Mosambik ist zu Ende. Wir hatten schöne Tage, haben nette Menschen kennengelernt, sind im Indischen Ozean geschwommen und haben gesehen, wie es heute in diesem vom Krieg heimgesuchten Land aussieht.

Als Urlaubsland würden wir uns wohl Mosambik nicht aussuchen, es sei denn, wir wären hauptsächlich am baden und fischen interessiert.

Malawi

Wir fahren bis Blantyre, der wirtschaftlichen Hauptstadt Malawis, wo wir bei einer Backpacker-Lodge im Hof etwas beengt parken. Immerhin gibt es einen Pool und die Stimmung ist gut. Vielleicht wird es morgen auch tagsüber etwas ruhiger, so dass wir noch einen guten Tag hier verbringen können. Wir wollen auf die nahegelegenen Märkte ziehen und anschliessend weiter auf das bekannte “Zomba-Plateau” ziehen.
Blantyre, Simone,Natalie,Sabine,Stefan,BärbelEs hat nicht lange gedauert, bis wir Simone und Natalie mit ihrem Defender 110 kennengelernt haben. Simone hatte gleich gemerkt, dass unser Defender mit Servolenkung ausgestattet ist, weil wir auf dem engen Parkplatz so schön rumkurven konnten. Abends sitzen wir natürlich zusammen. Sabine und Stephan, die mit einem gemieteten Mazda unterwegs sind, sind auch dabei. Es wird ein Superabend und wir haben viel zu erzählen. Wir versorgen sie mit Informationen über Mosambik, wir bekommen die neuesten Infos für Sansibar und Tansania.

Di.03.12.02

Wir entscheiden uns, noch eine Nacht hier zu bleiben, um ins Internet zu gehen und einen Rundgang durch Blantyre zu machen. Die Stadt ist ziemlich weit auseinander gezogen, auf einige Hügel verteilt. Im Zentrum wirkt sie wie ein einziger grosser Markt, denn alle Bürgersteige sind durch Händler und ihre ausgebreiteten Waren belegt. Besonders verchromte Türschlösser mit goldfarbenem Griff sind z.Zt. sehr zahlreich bei fast allen Händlern vorhanden. Blantyre liegt rund 950m hoch, deshalb ist er hier nicht so heiss, wie unten am See. Uns wird es trotzdem bald ungemütlich und wir kehren zum Camping und seinem Pool zurück.

Mi.04.12.02

Die Nacht war leider wieder unruhig: Religiöse Gesänge von einer Seite, dann Musik aus Richtung der Bar und Lautsprecherdurchsagen aus Richtung des Bushofs nebenan.
Zomba soll nach unserem Reiseführer (gleiche Verfassering wie “Mosambik”) die schönste Stadt Malawis sein und wir sind gespannt. Die Lage ist wirklich wunderschön am Fuss der Berge und auch die Gebäude wirken bei weitem nicht so “vergammelt” meistens in Mosambik. Am Markt ist sofort der touristische Einfluss zu spüren, als man versucht, uns die dort angebauten frischen Erdbeeren zu mehr als dem doppelten Preis anzudrehen. Trotzdem zahlen wir bei den Avocados noch zu viel, einfach, weil wir nach Mosambik die hiesigen Preise noch nicht kennen.
Zomba, Obstverkäufer mit TouristenpreisenAuf dem Plateau angekommen, haben wir glücklicherweise die Idee, den kompletten “Circular drive” gleich nach der Ankunft zu machen und geniessen die wunderbaren Ausblicke vom Plateau und die üppige Vegetation. Leider ist die Piste in einem absolut desolaten Zustand. Einmal federt der Defender so tief in ein Loch ein, dass die Stossstange Bodenberührung bekommt und sich verbiegt. Auf der kleinen einfachen Campsite der Forstbehörde angekommen, fängt es bald an zu regnen und hört die ganze Nacht nicht mehr auf. Wie gut, dass wir die Rundfahrt schon hinter uns haben!

Do.05.12.02

Morgens ist es neblich und regnet noch immer, so dass wir leider auf die für heute geplante Wanderung in dieser herrlichen Landschaft verzichten müssen. Wir starten in Richtung Malawisee. Unterwegs finden wir eine kleine Werkstatt, die uns für rund 3,50 Euro die Stossstange richtet und den Kotflügel provisorisch ausbeult. Dann suchen wir eine gute Campsite am Malawisee, möglichst mit feinem Kies, Schatten, billig und auch “sanitärmässig” akzeptabel. Schon vor Cape McClear versuchen diverse “Schlepper” uns auf ihre Boote zum Besuch der kleinen Insel zu bringen, oder uns auf eine spezielle Campsite zu locken, wo sie natürlich eine Provision bekommen. Dann hat unsere Suche Erfolg: Wir landen auf der Emanuelle-Campsite, die nun von Peter und Agnes aus Capetown betrieben wird. Sie sind zwar erst vor 3 Wochen angekommen, trotzdem ist schon eine Menge passiert und wir können uns wohlfühlen, auch wenn die Sanitäranlagen noch zu wünschen übrig lassen. Wir stehen auf feinem Kies, nur rund 30m vom wunderbaren Strand. Das Wasser ist ganz klar und, wie uns versichert wird, hier an dieser Stelle frei von Bilharziose. Ein toller Platz zum ausspannen und faulenzen für einige Tage.

Fr.06.12.02

Es weht leichter Wind, trotzdem wird es im Laufe des Vormittags sehr warm. Gut, dass wir den See so nah haben! Unser kleines Solarpanel lädt ca. 1,5 A, nicht genug, um die Kompressor-Kühlbox dauernd eingeschaltet zu lassen. Wir verlagern Käse und Wurst in den Kühlschrank der Bar und schalten die Box aus, dann reicht die Energie wenigstens für den Laptop, der auch nicht gerade zimperlich ist mit seinem Konsum. Der kleine Wandler von 12V Auto auf 19V Laptop zieht ca. 6A, so viel wie die Kühlbox bei Dauerbetrieb ziehen würde.

Abends kocht der einheimische Koch Spagetti mit Käsesosse und Spinat, “delicious, delicious” wie er versichert und uns vorher in seinem bebilderten Kochbuch zeigt, was uns erwartet. Für morgen hat er uns einen Fisch versprochen, natürlich auch wieder “delicious”.

Sa.u.So.07.-08.12.02

Samstag faulenzen wir, schwimmen und freuen uns über den schönen Platz am Ufer des Malawi-Sees und auch darüber, dass wir uns mit Peter und Agnes so gut verstehen. Samstag Nachmittag kommen noch “Willie” und Ralf aus Holland an, die in Mangochi ihr Medizinpraktikum machen. Der versprochene Fisch ist tatsächlich köstlich, der Abend wunderbar.
Camp Emanuelle am MalawiseeAm Sonntag früh fahren wir alle mit Peter und Agnes zur vorgelagerten, ca.2 km entfernten Insel und schnorcheln. Für uns ist es das erste Mal seit vielen Jahren, dass wir diese traumhafte Unterwasserwelt wieder anschauen können. Begeistert schwimmen wir zwischen den wunderschönen Fischen in allen Farben und Grössen.
Inzwischen haben wir Pläne für die Weiterfahrt gemacht und beschlossen, am Dienstag ab zu reisen. Ungefähr am 16.-19.12. wollen wir in Dar es Salaam sein und dann die Tour nach Sansibar organisieren.

Per mail kommen schon wieder schlechte Nachrichten aus dem Norden Kenias, die uns Sorgen machen: Es gibt scheinbar schon wieder Sicherheitsproblem auf der “Turkanasee-Strecke”.

Mo.09.12.02

Der letzte Tag in diesem kleinen Paradies. Am Spätnachmittag kommt Peter ganz bestürzt zu uns: Zwei seiner Leute haben auf der Insel einen Fischadler eingefangen, der sich in einem Busch verfangen hatte. Dann haben sie dem armen Tier die Flügel gestutzt, den Schnabel und die Krallen extrem beschnitten. Der Adler blutet an den Füssen und steht unter einem schweren Schock. Wir suchen eine Spritze aus unserem Medikamentenkoffer und Peter flösst dem Tier damit langsam Wasser in den Schnabel. Dann wird er auf Tücher in einem Schilfverschlag gebettet. Am Abend versuchen wir dann, den Adler mit Fischstückchen zu füttern und freuen uns, als sie schluckt. Der traurige Blick des Tieres könnte einen Stein erweichen. Einer der jungen Leute versteht die Vorwürfe, die Peter ihm macht, der andere zeigt sich völlig ungerührt. Keiner weiss, was in seinem Kopf vorgehen mag.
Abends dann das Abschiedsessen, Ali macht noch einmal eine Spezialmenue aus seinem “Bilderbuch”.

Di. 10.12.02

Rund 240 km fahren wir bis zum Sani-Beach-Resort, wo wir vor zwei Jahren schon einmal standen. Der Besitzer hat gewechselt, der ehemalige Besitzer aus Südafrika hat eine Farm als Manager übernommen und das Resort steht nun unter einheimischer Leitung. Promt ist kein Wasser in Toilette und Dusche, keine kalten Getränke in der Bar. Leider ist es häufig so, dass ein Projekt oder Unternehmen “den Bach hinunter geht”, wenn die “weisse” Leitung beendet wird. Es tut mir leid, das feststellen zu müssen, wir haben aber im Lauf der vielen Jahre, die wir in Afrika reisen, genügend Bestätigungen hierfür bekommen. Abends, nach dem Essen, gehen wir noch kurz in die Bar. Moses hat extra vom Schwager des Eigners, Nelson Elia Banda, 5 Flaschen “green”, d.h. Carlsberg, gebraut in Malawi, besorgt. Dann diskutieren wir die Situation und finden genau das bestätigt, was ich oben schon geschrieben habe. Auch Nelson bestätigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Weissen und Schwarzen ist. Wir erfahren auch noch u.a. wie sehr die Menschen hier hungern, weil es schon lange nicht geregnet hat und selbst das Saatgut schon aufgegessen wurde. Manche Menschen hier “verdienen” 350 Malawi -Kwatcha im Monat, das entspricht sieben kleinen “Carlsberg” an der Bar. Ein Brot kostet 32 MKw. Wie soll das bloss hier weiter gehen?
Der Wind hat inzwischen immer mehr aufgefrischt und die Wellen tragen Schaumkronen. Abends fängt es dann an zu regnen und hört während der ganzen Nacht nicht mehr auf. Endlich können die Menschen hier ihren Mais sähen, soweit überhaupt noch Saatgut vorhanden ist. Neulich haben wir gehört, dass die Behörden Malawis ihre Getreidereserven verkauft haben, um die Staatsfinanzen aufzubessern. Was soll man dazu noch sagen?
Wir liegen trocken im Landy und freuen uns, dass wir ihn neulich abgedichtet haben.

Mi.11.12.02

Moses, der Barman, hat für uns Wäsche gewaschen und ist hoch zufrieden mit 100 MKW für die 15 Teile. Wir füllen gutes Trinkwasser am Dorfbrunnen auf, die Pumpe ist ein Geschenk aus Indien. Nach 4 Kanistern kommt das Wasser nur noch zögernd und wir machen lieber Schluss. Dann folgen wir der Hauptstrasse Richtung Chintheche, immer entlang des Sees, jedoch nicht immer in Sichtweite. Wo der See nicht von Schilf gesäumt ist, liegen Fischerdörfer malerisch entlang der weissen Sandstrände. So leicht können wir von der Teerstrasse nicht zu ihnen kommen, weil meistens ein feuchter Schilfgürtel dazwischen liegt. Leider regnet es immer wieder und wir geben unseren Plan auf, über eine 6 km lange Urwaldpiste zum Camp von Nkwazi zu fahren, wo wir vor zwei Jahren standen, sicher eines der schönsten Camps am Lake Malawi. Das Risiko, nachts vom Regen überrascht zu werden und dann die Piste nicht mehr zurück fahren zu können, ist uns einfach zu gross. Wir fahren weiter in die Berge Richtung Mzuzu, es schüttet vom Himmel. Satt grün ist die tropische Vegetation, die Wolken reichen bis unterhalb der Gipfel. In Mzuzu angekommen, macht der Dauerregen eine Pause und wir können tanken. In der Apotheke kaufen wir eine Salbe gegen den Fusspilz, der sich trotz Sandalen beim Duschen bemerkbar macht. Vor der Apotheke verkaufen die Leute prima Gemüse und wir decken uns mit Karotten, Paprika, Kartoffeln, Gurken und Avocado ein. Dann fahren wir weiter durch die Berge, es giesst schon wieder. Eine Gedenkminute legen wir an der Stelle ein, wo wir vor zwei Jahren, auch im strömenden Regen, den unangenehmen Radlagerschaden hatten. Ich nehme mir vor, den Wagen morgen hochzubocken und die Räder zu checken. Jeder will verkaufenBei Chiweta erreichen wir wieder den See und gleichzeitig eine Strassenbaustelle, die ziemlich matschig zu umfahren ist. Dann kommt eine Brücke, die durch einen verunglückten LKW blockiert ist, schon seit gestern. Ein Einheimischer gibt uns den Tipp, durch ein Baucamp der neuen Strasse zu fahren, dort existiert eine provisorische Furt. Wir haben Glück und dürfen passieren, sonst hätten wir viele Kilometer umfahren müssen. Unser Ziel ist die Namiashi-Lodge, direkt neben der Strasse am See. Sehr schön gelegen, aber wir sind die einzigen Gäste. Nach rund 400 Kilometern heute sind wir etwas KO und genehmigen uns einige Carlsberg-Grün an der Bar, nachdem Bärbel ein Superessen gemacht hat. Cathrin ist für die Bar zuständig und erzählt uns u.a., sie hätte drei Kinder und wäre geschieden. Sie klagt, dass der Mann weder für sie, noch für die Kinder Unterhalt zahlen würde. Später berichtet uns aber der Besitzer der Lodge, dass Cathrin nur 1 Kind von ihrem geschiedenen Mann hat, das zweite von einem anderen Mann und das dritte schliesslich von einem jungen Burschen, der beim Bau der Lodge hier gearbeitet hat. Sein Urteil über die (dussligen) Frauen hier fällt nicht sehr positiv aus.

Do.12.12.02

Genau 3 Monate sind wir heute seit der Abfahrt in Kapstadt unterwegs und inzwischen schon wieder rund 11.000 gefahren.
Unsere Zeit in Malawi geht zu Ende, es war ein schöne Zeit, mit Ausnahme des oft regnerischen Wetters. Wieder bleibt uns die Erinnerung an viele freundliche Menschen, ein schönes Land am See, aber auch die Gedanken an die trostlose wirtschaftliche Situation hier.

Wir folgen der guten Teerstrasse weiter entlang des Sees, in Richtung auf die Grenze zu Tansania, von wo aus es dann weiter nach Ruanda gehen soll.